Hilfe vom Staat beim Immobilienkauf

Noch vor einigen Jahren gab es ein Förderungsprogramm vom Staat, das die Menschen dazu bewegt hat, sich ein Eigenheim anzuschaffen: die Eigenheimzulage. Eine staatliche Subvention, die die Menschen bei der Anschaffung von Wohneigentum unterstützen sollte. Doch 2006 wurde dieses Programm abgeschafft.

Seitdem gibt es also gar keine Zuschüsse vom Staat, wenn es um den Kauf einer eigenen Wohnung oder eines Hauses geht? Doch, auch zum heutigen Zeitpunkt gibt es einige Förderungsprogramme, die bei der Finanzierung unterstützen sollen. Zwar sind sie nicht mehr so eindrucksvoll wie die Eigenheimzulage, aber über die Jahre kommen durch staatliche Unterstützung einige Tausend Euro zusammen, sodass sich ein Blick auf die Möglichkeiten auf jeden Fall lohnt:


Wohnungsbauprämie

Die Wohnungsbauprämie wurde nach dem Krieg eingeführt. Der eigentliche Grund war der herrschende Wohnraummangel. Doch Konrad Adenauer hatte noch eine zweite Intuition dabei: "Hausbesitzer würden keine Revolution machen".

Natürlich gilt sie nicht nur beim Kauf einer Wohnung sondern auch beim Haus und bei einer Baufinanzierung.

Man muss beachten, dass für den Erhalt der Wohnungsbauprämie zunächt ein Bausparvertrag abgeschlossen werden muss. Für eigene Sparleistungen auf diesem Bausparkonto zahlt der Staat 8,8 % Wohnungsbauprämie. Das sind bis zu 45,06 Euro im Jahr. Allerdings gelten Einkommensgrenzen und dadurch hat nicht automatisch jeder, der einen Bausparvertrag abschließt auch das Recht auf den Erhalt der Prämie. Das zu versteuernde Einkommen darf innerhalb des Sparjahres nicht über 25.600 Euro bei Alleinstehenden und nicht über 51.200 Euro bei Ehepaaren, die zusammen veranlagt werden, liegen.

Wohn-Riester

Der Wohn-Riester wird in der Regel auch "Eigenheimrente" genannt und bedeutet im Amtsdeutsch „Gesetz zur verbesserten Einbeziehung der selbstgenutzten Wohnimmobilie in die geförderte Altersvorsorge“

Seit 2009 ist der Wohn-Riester DIE staatliche Förderung beim Erwerb von Wohneigentum. Das Prinzip vom Wohn-Riester: statt Kapital, wie bei der Riester-Rente, wird Wohneigentum „angespart“.

Vorteile:

Das mit der Riester-Rente angesparte Vermögen kann als Eigenkapital genutzt werden – natürlich auch die staatlichen Zulagen, die man bis zu diesem Zeitpunkt erhalten hat:

Jeder Sparer, der vier Prozent seines beitragspflichtigen Vorjahresbruttoeinkommens für die Altervorsorge spart, erhält 154 € Grundzulage und für jedes kindergeldberechtigte Kind zusätzlich 185 € Kinderzulage (bei nach 2009 geborene Kinder beträgt die Kinderzulage 300 €). Wird weniger als vier Prozent gespart, verringert sich auch die Grundzulage. Verdient man sehr viel Geld, erhält man einen Steuerrabatt, der die Höhe der Zulagen sogar übersteigt.

Wohn-Riester lohnt sich also vor allem für Familien mit Kindern und Menschen mit einem hohen Einkommen.

Bei dem Wohn-Riester erhält man die staatlichen Zulagen nun auf das Geld, das in die Tilgung des für den Erwerb des Hauses aufgenommen Kredit gesteckt wird. Wichtig: Man muss unbedingt darauf achten, dass der Kreditvertrag ein staatliches Zertifikat enthält, da die Tilgungszahlungen ansonsten nicht gefördert werden.

Der große Vorteil vom Wohn-Riester: Man verbindet die Altervorsorge mit einem Hauskauf oder –bau und muss deshalb keine konkreten Sparpläne verfolgen, um die staatliche Förderung zu erhalten. Wohn-Riester bedeutet also mehr Flexibilität für Sparer.

Der große Nachteil:

Der große Nachteil bei der Riester-Rente und damit auch vom Wohn-Riester: Im Rentenalter müssen auf die Ersparnisse, also auf die Riester-Rente, die man monatlich erhält, Steuern gezahlt werden. Da natürlich beim Wohn-Riester im Rentenalter kein monatlicher Betrag auf das Konto überwiesen wird, ist die Sache etwas komplizierter: Für Wohn-Riester-Sparer richtet der Staat ein „Wohnförderkonto“ ein. Auf diesem fiktiven Konto wird genau vermerkt, was mit Riestermitteln gefördert wurde, z. B. die Tilgungszahlungen. Zusätzlich wird der Betrag jährlich um 2% erhöht (2% = voraussichtliche Preissteigerung).

Dieses Wohnförderkonto ist die Grundlage für die spätere Versteuerung: Im Rentenalter muss der Wohn-Riester-Sparer nun diesen Betrag versteuern, da der Staat schließlich über Jahre das Wohneigentum gefördert hat. Zwei Möglichkeiten ergeben sich nun für Rentner: Entweder sie versteuern 70% dieses Betrages sofort und sind dann endgültig damit durch oder sie versteuern den Betrag über 17 bis 25 Jahre hinweg. Die Versteuerung ist also nicht vom tatsächlichen Wert der Immobilie abhängig, sondern vom auf dem Wohnförderkonto entstandenen Betrag.

Und wenn das mit Wohn-Riester-geförderte Haus verkauft werden soll?

Man hat entweder die Möglichkeit, eine neue Immobilie zu kaufen oder das Geld, das bisher auf dem Wohnförderungskonto vermerkt ist, in einen anderen Riestervertrag stecken – ansonsten muss die Förderung komplett zurückgezahlt werden.

Wer hat Anspruch auf den Wohn-Riester?

Jeder, der in Deutschland unbeschränkt steuerpflichtig und unmittelbar förderungsberechtigt ist, also die Pflichtversicherten in der gesetzlichen Rentenversicherung.

Wo kann ein Wohn-Riester-Vertrag abgeschlossen werden?

Bisher konnte man Riester-Verträge bei Banken Versicherungen abschließen. Inzwischen ist es aber auch möglich, dass Bausparkassen und Wohnungsgenossenschaften staatliche geförderte Anlageprodukte vertreiben.

KfW-Bank

Durch die staatliche KfW-Bank (KfW = Kreditanstalt für Wiederaufbau) hat man die Möglichkeit an zinsgünstige Kredite zum Zwecke des Hauskaufes, Hausbaus und der Modernisierung zu kommen. Das KfW-Darlehen, das man für eine Immobilienfinanzierung erhalten kann, beträgt maximal 100.000 € oder 30% der „angemessenen Gesamtsumme“. Zu dieser Summe zählen z. B. der Kauf eines Grundstücks, den Bau eines neuen Hauses, die Außenanlagen, der Kaufpreis für ein altes Haus, Modernisierungskosten und Umbaukosten. Die Abwicklung läuft über die eigene Bank.

Wer hat die Chance einen günstigen Kredit über die KfW-Bank zu bekommen?

Die Kredite gelten sowohl für den Kauf, für den Bau als auch für Modernisierungen. Einzige Bedingung: Man muss selbst in das Objekt einziehen.

Für welche Leistungen kann man ein günstiges Darlehen der KfW-Bank bekommen?

Energieeffizient Bauen

Wer plant, ein sehr energieeffizientes Wohngebäude zu kaufen oder zu bauen, erhält einen Kredit mit sehr sparsamen Zinsen. Bedingung hierfür: Das Gebäude muss mindestens den Standard eines KfW-Effizienzhauses 70 (= ein Haus, das 30% weniger Primärenergie (=natürlich vorkommende Energieformen oder Energiequellen, z. B. Kohle, Gas und Wind) benötigt als ein vergleichbarer Neubau) oder eines Passivhauses (=ein Gebäude, das im Sommer und Winter ohne Heiz- und Klimatisierungssystem auskommt und trotzdem eine angenehme Temperatur erreicht) erfüllen. Der Antrag für dieses Darlehen muss bei der eigenen Hausbank gestellt werden, bevor gekauft oder mit dem Bau bekommen wird.

Energieeffizientes Sanieren

Bei diesem Programm erhalten Sie von der KfW-Bank einen Zuschuss für eine energetische Sanierung sowie eine professionelle und auf Ihre Situation abgestimmte Beratung. Wenn Sie sich für dieses Programm interessieren, stellen Sie nach dem Umbau (spätestens drei Monate nach Abschluss) direkt bei der KfW-Bank einen Antrag.

Altersgerecht umbauen

Um auch im Alter in den eigenen vier Wänden wohnen zu können, ist es oft notwendig, einige Umbaumaßnahmen durchzuführen (z. B. Barrieren umbauen, Türen verbreitern, Stufen überbrücken, einen Aufzug einbauen...). Auch in diesem Fall erhalten Sie von der KfW-Bank einen zinsgünstigen Kredit. Der Antrag muss vor Umbaubeginn über die Hausbank gestellt werden.

Kredite der Bundesländer

Viele Eigenheimerwerber haben im letzten Jahr zinsgünstige, z. T. sogar zinslose, Darlehen von den Bundesländern erhalten. Da sich die Bedingungen für diese Darlehen ständig ändern, ist eine genaue Beschreibung der Förderprogramme leider nicht möglich.

Zusammenfassend lässt sich das sagen, dass...

eine eigene Immobilie auf jeden Fall eine gute Altersvorsorge darstellt und die Familie absichert. Um die eigenen Finanzen optimal aufzustellen, kann man verschiedene staatliche Förderungen in Anspruch nehmen.

Mehr Informationen

zu den verschiedenen staatlichen Förderungsprogrammen erhalten Sie hier:

KfW-Bank

KfW-Förderbank
Tel. 0180 1335577
E-Mail: infocenter@kfw.de

Kredite der Bundeländer

Bauförderung auf www.baufoerderer.de

Ratgeber Wohn-Riester

Bundesfinanzminesterium (in der Suchmaske „Wohn-Riester“ eingeben)

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